

Dominique Helfenfinger, SVLW / PW
SVLW: Sauberes Wasser, gesunde Raumluft
Per 19. März 2026 lud der Schweizerische Verein für Luft- und Wasserhygiene (SVLW) zu seiner 16. Generalversammlung in das FIFA-Museum in Zürich ein. Neben dem fachlichen Austausch über PFAS-Rückstände im Wasser und der Ernennung eines neuen Ehrenmitglieds stand die strategische Weiterentwicklung des Vereins sowie die Bestätigung des Vorstands im Fokus.
Rund 40 Fachleute und Gäste versammelten sich in der inspirierenden Atmosphäre des FIFA-Museums, um über die Zukunft der Innenraumluftqualität (IAQ) und Wasserhygiene zu debattieren. Dass der SVLW ein Brückenbauer zwischen Technik und Gesundheit ist, wurde bereits im Auftakt deutlich.
PFAS: Eine Herausforderung für die Wasserhygiene
Im Zentrum des fachlichen Teils standen die sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ (PFAS). Martin Bärtschi und Antonia Eichelberg, Fachspezialisten Wasser beim SVGW, lieferten in ihrem Vortrag fundierte Einblicke in den aktuellen Wissensstand. Sie erläuterten, wo diese Stoffe im Wasserkreislauf zu finden sind und welche technologischen Ansätze es zur effektiven Entfernung gibt – ein Thema, das für die Mitglieder des SVLW von höchster Relevanz ist.
Der SVLW verfolgt dabei bewusst einen ganzheitlichen Ansatz und verknüpft die Themen Wasser- und Luftqualität als zentrale Elemente der öffentlichen Gesundheit.
Ehre, wem Ehre gebührt: Dr. Walter Hugentobler wird Ehrenmitglied
Ein emotionaler Höhepunkt war die feierliche Ernennung von Dr. Walter Hugentobler zum Ehrenmitglied. In seiner Laudatio würdigte der Verein Hugentoblers lebenslanges Engagement an der Verbindungsstelle zwischen Medizin und Gebäudetechnik. Der promovierte Mediziner gilt als Pionier bei der Erforschung des Einflusses von Luftfeuchtigkeit auf die Atemwegsgesundheit und die Virusstabilität. Seine Hartnäckigkeit und sein Humor haben massgeblich dazu beigetragen, die „menschliche Nase“ als entscheidende „Air Handling Unit“ in das Bewusstsein der Fachwelt zu rücken.
Wissenschaftlicher Beirat mit Dr. Maja Strasser
Um die fachliche Glaubwürdigkeit weiter zu stärken und politische Aktivitäten auf eine solide Evidenzgrundlage zu stellen, hat der SVLW einen wissenschaftlichen Beirat ins Leben gerufen. Der Verein freut sich, hierfür Dr. Maja Strasser gewonnen zu haben. Die Fachärztin für Neurologie ist eine ausgewiesene Fürsprecherin für gesunde Raumluft. Ihre Aufgabe im Beirat wird es sein, wissenschaftliche Erkenntnisse zu bündeln und Forschungsergebnisse direkt in die Verbandsarbeit einfliessen zu lassen.
Interview mit Maja Strasser in HK-Gebäudetechnik 2/26: Miese Luft als unsichtbarer Krankmacher
Projekte für die Zukunft der Innenraumluftqualität
Ein zentrales Thema war die Zusammenarbeit verschiedener Verbände und Organisationen im Rahmen der Initiative «suisse-air». Unter diesem gemeinsamen Dach bündeln Akteure der Lüftungsbranche ihre Kompetenzen, um zentrale Fragestellungen der Innenraumluftqualität koordiniert anzugehen.
Im Rahmen dieser Zusammenarbeit soll ein praxisorientiertes Merkblatt zur VDI 6022 Blatt 8 erarbeitet werden. Ziel ist es, klare Grundlagen für die Planung, den Betrieb und die Reinigung von hygienisch einwandfreien RLT-Anlagen bereitzustellen und damit die Qualität im Bestand nachhaltig zu verbessern.
Mit dem Pilotprojekt «ALCOMAP» (Alert system based on CO2 interactive mapping at school), das gemeinsam mit dem Kanton Freiburg umgesetzt wird, verfolgt der SVLW zudem das Ziel, eine schweizweite Referenzplattform für Innenraumluftqualität in öffentlichen Gebäuden zu etablieren. Die Plattform soll datenbasierte Entscheidungen im Bereich Gesundheit und Energie unterstützen und einen wichtigen Beitrag zur Prävention leisten.
Ein besonderes Augenmerk legt der SVLW auf die Förderung des Nachwuchses. Junge Fachkräfte werden gezielt zu Fachveranstaltungen eingeladen und aktiv in den fachlichen Austausch eingebunden. Darüber hinaus initiiert und begleitet der SVLW konkrete Projektarbeiten an Fachhochschulen.
Aktuell laufen unter anderem zwei Projekte mit der FHNW:
- Entwicklung eines Tools für Arbeitsinspektoren, mit dem Innenraumluftqualität systematisch beurteilt werden kann. Ziel ist es, eine einheitliche und praxisnahe Grundlage für Kontrollen in öffentlichen und gewerblichen Gebäuden zu schaffen.
- Standardisierte Bewertung von IAQ-Messsystemen, um Messgeräte und Monitoringlösungen vergleichbar zu machen und eine fundierte Basis für ein nationales IAQ-Monitoring zu entwickeln.
Diese Projekte verbinden Forschung, Praxis und Vollzug und tragen dazu bei, die Innenraumluftqualität langfristig messbar, vergleichbar und steuerbar zu machen.
Weiterentwicklung der Organisation
Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, wird die Geschäftsführung neu im Co-Leitungsmodell durch Irène Kostenas und Dominique Helfenfinger wahrgenommen. Damit sollen Kompetenzen gezielt gebündelt und die Wirkung in Normen, Richtlinien, Fachpapieren sowie im Bereich Public Affairs und der politischen Positionierung weiter gestärkt werden.
Kontinuität im Vorstand
Die Mitglieder sprachen der Führung ihr volles Vertrauen aus: Sowohl der Präsident Alfred Freitag, der gesamte Vorstand als auch die Revisoren wurden einstimmig wiedergewählt.
Vor der Generalversammlung erhielten die Teilnehmenden bei einem Rundgang durch die Fussballgeschichte des Museums spannende Einblicke. Im Anschluss an den offiziellen Teil bot der abschliessende Apéro reichlich Gelegenheit zum Networking.
Der SVLW positioniert sich damit zunehmend als zentrale Fach- und Verbindungsstelle für Innenraumluftqualität in der Schweiz – zwischen Technik, Wissenschaft, Politik und Gesundheit – und stärkt seine Rolle als verlässlicher Partner für gesundes Innenraumklima und technische Hygiene.
Aus dem SVGW-Vortrag: Weitere Informationen zum Thema PFAS
• Positionspapiere SVGW: Positionspapiere und Argumentarien | SVGW
• VKCS PFAS Kampagne: Auswertung VKCS-Kampagne PFAS in Trinkwasser 2023
• Allgemeine Infos PFAS BAFU: https://www.bafu.admin.ch/de/pfas
• PFAS im Grundwasser: https://www.bafu.admin.ch/de/naqua-pfas
• TFA im Grundwasser: https://www.bafu.admin.ch/de/naqua-tfa
• TFA in Oberflächengewässern: https://www.bafu.admin.ch/de/tfa-in-fluessen-und-seen




